Immenstaad, 24. April 2025 – Die ZIM Aircraft Seating Group hat im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz von mehr als 100 Millionen Euro erzielt. Es ist das erste vollständige Geschäftsjahr nach der Übernahme von HAECO Cabin Solutions. Die Vorjahreszahl von mehr als 40 Millionen Euro stammte ausschließlich aus dem deutschen Geschäft, weil der US-Standort erst gegen Jahresende 2023 hinzukam. Beide Werte sind deshalb nicht unmittelbar vergleichbar.
Der Sprung kommt aus zwei Quellen
Der Zuwachs speist sich aus zwei Entwicklungen, die sich überlagern. Zum einen wirkt erstmals der US-Standort über zwölf Monate im Konzernabschluss. Mit Greensboro kamen eine eigene Produktionsbasis in Nordamerika, ein vollständiges Economy-Portfolio und neue Airline-Kunden hinzu. Zum anderen wächst das deutsche Geschäft aus eigener Kraft: Der ZP610 wird in Serie an die Lufthansa Group und SWISS ausgeliefert, das Programm mit Air New Zealand läuft an.
Zwei Segmente, zwei Standorte
Die Arbeitsteilung in der Gruppe ist dabei klar geschnitten. In Markdorf und Immenstaad liegen Entwicklung und Fertigung der Premium Economy, in Greensboro die Economy-Sitze. Beide Segmente folgen unterschiedlichen Logiken: Premium Economy ist stärker kundenspezifisch und margenstark, Economy ist Volumengeschäft mit hohen Stückzahlen und engem Liefertakt. Dass die Gruppe beide Kabinenklassen aus eigener Hand anbieten kann, ist der eigentliche strategische Effekt der Übernahme.
Was die Zahl nicht zeigt
Wachstum in dieser Größenordnung bindet Kapital, bevor es Umsatz erzeugt. Material muss vorfinanziert, Kapazität vor dem Auftrag aufgebaut und Zulassungsarbeit geleistet werden, lange bevor der erste Sitz ausgeliefert wird. Die Investitionen der vergangenen Monate am US-Standort – zusätzliche Lagerfläche und erweiterte Prüfkapazität – sind deshalb kein Nachlauf des Wachstums, sondern seine Voraussetzung.
Ausblick
Für die kommenden Jahre rechnet die Gruppe mit weiterem Wachstum. Getragen wird es vom Retrofit-Geschäft, in dem Fluggesellschaften bestehende Kabinen erneuern, und vom anhaltenden Ausbau der Premium Economy auf der Langstrecke. Begrenzender Faktor bleibt weniger die Nachfrage als die Fähigkeit, Kapazität, Lieferketten und Zulassung im gleichen Takt mitwachsen zu lassen.





